Helfer-Netzwerk zur Prävention gegen Luchsübergriffe auf Nutztiere

Im Rahmen des LIFE- Projektes zur Wiederansiedlung von Luchsen im Pfälzerwald hat der Verein “Luchs-Projekt Pfälzerwald / Vosges du Nord e.V.” in enger Abstimmung mit dem Luchs-Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) ein ehrenamtliches Helfer-Netzwerk aufgebaut. Die organisatorische Betreuung übernahm das NaturErlebnisZentrum Wappenschmiede in Fischbach/ Dahn. Das Helfer-Netzwerk soll Nutztierhalter unterstützen, ihre Tiere gegen Übergriffe durch den Luchs abzusichern. Dies kann in Folge eines gerade erfolgten Übergriffes oder auch als Prävention erfolgen.
Nach der Beendung des LIFE-Projekts wird der Verein „Luchs-Projekt Pfälzerwald/ Vosges du Nord e.V.“ weiterhin in Zusammenarbeit mit dem NaturErlebnisZentrum Wappenschmiede das Helfernetzwerk fortführen. Dieses wird nun das Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLuWo) bei Einsätzen betroffener Tierhalter ehrenamtlich unterstützen.
Hintergrund
Durch Lebensraumzerstörung und direkte Verfolgung wurde der Luchs in Mitteleuropa bis zum 19. Jahrhundert ausgerottet. Die heutige Akzeptanz für den großen Beutegreifer und die Erholung seiner Lebensräume erlauben inzwischen seine Rückkehr.
Im Rahmen eines von der EU geförderten, sechsjährigen LIFE Projektes ) fand von 2015-2021 eine Wiederansiedlung des Luchses im Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen statt. Nach umfangreichen Vorbereitungen konnten seit Frühjahr 2016 bis 2020 20 Luchse aus den slowakischen Karpaten und der Schweiz im Pfälzerwald freigelassen. Projektträger ist die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU). Die Luchse haben sich seither erfolgreich fortgepflanzt und in weite Teile des grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald- Nordvogesen ausgebreitet. Nach Beendung des LIFE Projekts im September 2021 liegt das Management der Luchspopulation sowie die Organisation und Betreuung von Nutztierrissen beim Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLuWo) der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF).




Nutztierhalter
Beim Luchs, wie auch bei anderen Wildtieren, kann es auch zu Übergriffen auf Nutz- und Gehegewild kommen. Da diese Übergriffe selten sind und meist nur ein Tier getötet wird, besteht keine Notwendigkeit zur Einführung flächendeckender Präventivmaßnahmen. Zur Förderung der Akzeptanz der Nutztierhalter gegenüber dem Luchs hat das Land den Managementplan zum Umgang mit Luchsen in RLP in Kraft gesetzt. Es trägt somit auf freiwilliger Basis Sorge dafür, dass Nutztierrisse (gemäß der Tierwertermittlung der Landwirtschaftskammer (LWK)) wie auch Folgeschäden (z.B. Zaunschäden), die vom Luchs verursacht wurden oder dieser als Verursacher nicht auszuschließen ist, entschädigt werden. Der personelle Mehraufwand der Tierhalter für diese Maßnahmen wird jedoch nicht gefördert. Daher wurde das ehrenamtliche Helfernetzwerk errichtet. Die Betreuung liegt beim NaturErlebnisZentrum Wappenschmiede.
In den vergangenen Jahren konnten so sowohl Nutztier- als auch Gehegewildhalter bei der Elektrifizierung der Gehege nach Luchsübergriffen unterstütz werden. Dabei zeigte sich, wie wichtig und fruchtbar der Austausch zwischen Tierhaltern und Naturschützern ist.
Ehrenamtliche Helfer
Das Netzwerk soll sich möglichst flächendeckend über das Biosphärenreservat erstrecken. Durch die verbesserte Schutzwirkung der Zäune sowie die Entlastung der Tierhalter soll die Akzeptanz für Großkarnivoren im Projektgebiet Pfälzerwald gefördert werden. Die ehrenamtlichen Helfer sollen beim Auf- oder Umbau der Weidezäune mithelfen, entweder bei Präventivmaßnahmen oder auch schnellstmöglich im Notfall mithelfen.
Zur Vorbereitung der Zauntrassen stehen ein moderner Hochgrasmulcher sowie ein Transportanhänger zur Verfügung. Die benötigte Schutzausrüstung wie Sicherheitsschuhe, Handschuhe, etc. wird gestellt und die Fahrtkosten können erstattet werden. Zur Einführung in die Geräte sowie zum Austausch untereinander finden regelmäßige Treffen statt. Im Netzwerk können sich aller erwachsenen, körperlich fitten und geländegängigen Personen engagieren.